Lippische Post (1877-1941)

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Die Lippische Post war eine in Lemgo bei Wagener gedruckte Zeitung.

Lippische Post. Organ der liberalen Volks- und Fortschrittspartei in Lippe
Alternative Schreibung
Abkürzung
Typ Tageszeitung
GND
ZDB https://ld.zdb-services.de/resource/1376115-8
LLB-Bestand LZ 30.2° 1877,1(3.Jan.) - 1919,Febr.; 1921,Okt. - 96.1941,281(29.Nov.)
Digitalisat https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/titleinfo/5249966
Erscheinungsweise
Vorgänger Die Sonntagspost (1855-1876)
Verlauf 1877,1(3.Jan.) - 96.1941,281(29.Nov.)
Nachfolger
Frequenz
  • 1877-6.1.1883 wöchentlich zweimal: Mi, Sa
  • 9.1.1883- wöchentlich dreimal: Di, Do, Sa
  • 31.8.1892 viermal wöchentlich: Mo, Mi, Frei, Sa
  • 1.10.1895 täglich
Verbreitung
Ort, Verlag Lemgo : Wagener
Verantwortliche*r
Parteilichkeit

Vorgeschichte

Siehe Sonntagspost.


Geschichte

Am Mittwoch den 3. Januar 1877 erschien die erste Nummer der Lippischen Post. Das Blatt erschien wie sein Vorgänger zweimal wöchentlich, allerdings nicht mehr am Sonntag, sondern Mittwochs und Samstags; und weiterhin gab es als Wochenendszugabe das "Illustrierte Sonntagsblatt". Das Abonnement kostete 1 Mark 10 Pf.; wie die Sonntagspost erklärte sich die Lippische Post im Untertitel zum »Organ der liberalen Volks- und Fortschrittspartei in Lippe«. Das Format war zunächst das gleiche geblieben (22 x 35,5 cm), vergrößerte sich am 29. März 1879 auf 25 x 36 cm, was dem Blatt einen dreispaltigen Satz erlaubte, und zum Jahresende, am 2. Dezember 1879 auf 26 x 38 cm; 8 Jahre später zum 13. September 1887 auf 28 x 43 cm, am 19.8.1899 auf 32 x 46 cm.

Ab Anfang 1883 stellte die Lippische Post auf ein dreimal wöchentliches Erscheinen um, ab dem 31. August 1892 erschien sie viermal wöchentlich und ab dem 1. Oktober 1895 täglich. Seit dem 30. Januar 1895 führte die Lippische Post eine Jahrgangszählung im Kopf des Blattes: man befände sich im 48. Jahrgang.[1] Nach eigener Rechnung erschien also das erste Vorgängerblatt 1848 – damit beruft sich die Lippische Post auf die hehre Tradition der von Wagener 1848-1852 herausgebrachten fortschrittlich-demokratisch gesinnten Zeitschrift Die Wage.

Als erklärtes Parteiorgan hatte die Lippischen Post den Anspruch, ganz Lippe zu erreichen. Das parteiliche Bekenntnis trägt die Lippische Post übrigens zum letzten Mal am 28. Januar 1895 im Kopf,[2] den Hinweis »(früher Sonntagspost)« zum letzten Mal am 15. Juli 1895.[3] Unter der Konkurrenz der erfolgreichen Lippischen Landes-Zeitung und seit 1896 der ähnlich wie die Landes-Zeitung aufgestellten Lippischen Tages-Zeitung entwickelte sich die in Lemgo verlegte Lippische Post jedoch mit der Zeit hin zu einem Lemgoer Lokalblatt. Mit diesem Profil war sie ohne Konkurrenz.

Die spürbar liberal-fortschrittliche politische Parteinahme ging in der Mitte der zwanziger Jahre zurück.[4] Stattdessen entwickelte das Blatt eine »vorsichtige« Haltung, die dann auch der Machtübernahme der Nationalsozialisten nichts entgegenzusetzen hatte und praktisch sofort »inhaltlich gleichgeschaltet«, d.h. auf der Parteilinie war. Das ermöglichte dem Blatt weiteres Erscheinen; erst mit der Ausgabe vom 29.11.1941 stellte die Lippische Post — als letztes der lippischen Blätter außerhalb der Staatszeitung — ihr Erscheinen ein:

»Die Kriegswirtschaft erfordert stärkste Konzentration aller Kräfte. Die Zusammenfassung macht es notwendig, daß unsere Zeitung mit dem heutigen Tage ihr Erscheinen einstellt, um Menschen und Material für andere kriegswichtige Zwecke freizumachen. Wir haben uns daher entschlossen, das Verlagsrecht der Lippischen Post der Lippischen Staatszeitung in Detmold zu übertragen.«[5]

Entwicklung der Auflagenhöhe

Jahr gedruckte Exemplare
1878 1.200
1881 1.200
1883 1.300
1885 1.400
1887 1.500
1889 1.700
1890 1.800
1892 2.000
1896 2.000
1901 2.250-2.750
1913 2.500-3.000
1917 3.000

Angaben nach Schröder 1932, S. 84; Angaben von-bis wegen Auflagenschwankungen zwischen Sommer und Winter (wenn die Wanderarbeiter zu Hause sind).

Beilagen

  • Illustriertes Sonntagsblatt (1877- 11. Juli 1902)
  • Landwirtschaftliche Beilage (1899(?)-
  • Wort und Bild (12. Juli 1902- )

Literatur

  • Arno Schröder, Geschichte des Zeitungswesens in Lippe, Detmold 1932
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:51:1-13921
  • Staercke, Monika: Die Gleichschaltung der Presse im Land Lippe in der ersten Hälfte des Jahres 1933. - In: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde. - 44 (1975), S. 160-200.
https://digitale-sammlungen.llb-detmold.de/llb/periodical/pageview/5710129

Weblinks


Status der Seite

Quelle: Schröder 1932, ZDB, LippBibl

9.11.2022 angelegt

Fußnoten

  1. Lippische Post (1895) No 18 vom 30.1.1895, S. 1 https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/18802583.
  2. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/18802579.
  3. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/18802971.
  4. So Monika Staercke 1975, S. 164.
  5. An unsere Leser! - In: Lippische Post vom 29.11.1941, S. 3. https://zeitpunkt.nrw/ulbms/periodical/zoom/18924044.